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Kernmaterialien

Darmsaiten

  • Darmsaiten waren die ursprüngliche Besaitung von Orchesterinstrumenten. Der früheste Nachweis über die Existenz von Darmsaiten geht auf eine ägyptische Laute, aus der Zeit um 1500 v. Chr. zurück. Die heute verwendeten Metallumspinnungen wurden etwa Mitte des 17. Jh. in Europa entwickelt und erstmals verwendet.
  • Darmsaiten werden für ihren warmen und facettenreichen Klang geschätzt und repräsentieren noch immer das ideale Klangbild, an dem alle anderen Saiten gemessen werden. Sie werden auch heute noch aus Darm, hauptsächlich von Schafen, hergestellt. Bei Veränderungen der Feuchtigkeit und Temperatur neigen sie stärker als Kunststoffsaiten dazu, sich zu dehnen bzw. zusammen zu ziehen.
  • Darmsaiten sind extrem zeitaufwendig in der Herstellung. So braucht man ungefähr ein Jahr um eine Kontrabass-Darmsaite richtig zu trocknen, zu dehnen und fertig zu bearbeiten.
  • Darmsaiten werden auch heute noch von Berufsmusikern und Amateuren, die den einzigartigen Klang und die zeitlose Schönheit des Darmklanges bevorzugen, verwendet.
  • Darmsaiten sind beliebt für Barockmusik, bei Orchestern und für Studioaufnahmen bei Geigern, Bratschisten und Cellisten.
  • Bassisten verwenden gerne blanke G- und D-Darmsaiten für Jazz, Rockabilly oder beim Slappen.

Monofiler Stahldraht als Kernmaterial

  • Anfang des 20. Jh. wurde zum ersten Mal ein  monofiler Stahldraht als Kernmaterial zur Saitenherstellung verwendet, um Saiten mit einer höheren Stimmungsstabilität, einer sehr kurzen Einspielzeit und einer einfachen und schnellen Ansprache anbieten zu können.
  • Stahlsaiten mit einem monofilen Stahlkern werden heutzutage mit bis zu 6 unterschiedlichen Bespinnungen hergestellt.
  • Die meisten Saiten mit einem monofilen Stahlkern sind relativ einfach herzustellen und sind beliebt bei Anfängern und »Fiddlern«.
  • Die meisten zeitgenössischen Berufs- Cellisten verwenden monofile Stahlsaiten für die A- und D-Saiten.
  • Bei Violin E- und Viola A-Saiten sind entweder blanke Stahlsaiten oder besponnene Stahlsaiten mit einem monofilen Stahlkern weit verbreitet.

Stahlkabelsaiten

  • Um 1950 wurden Saiten mit einem Stahlkabelkern entwickelt, um eine höhere Flexibilität und ein breiteres Tonspektrum zu ermöglichen als dies bei den monofilen Stahlsaiten der Fall ist.
  • Bei Stahlkabelsaiten werden mehrere Stahldrähte verflochten, wie dies z. B. bei einem Seil gemacht wird. Dabei kann man durch die Art und Weise des Flechtens die Spannung, das Spielgefühl und die Klangcharakteristika der Saiten gezielt beeinflussen. Generell gilt: Je mehr der Kern verdrillt ist, desto flexibler wird die Saite.
  • Weiterhin beeinflusst die Anzahl der einzelnen Drähte den Klang und das Spielgefühl der Saiten. So werden für manche Saiten bis zu sieben Drähte, für andere aber nur drei verwendet.
  • Abhängig von der Konstruktion des Stahlkabels werden die Saiten von Anfängern und von Berufsmusikern verwendet.
  • Stahlkabelsaiten werden vor allem von Bassisten
    verwendet. Cellisten benutzen Stahlkabel
    G- und C-Saiten.

Nylonsaiten

  • Nylonsaiten wurden erstmals um 1940 als monofile Saiten für die Konzert-Gitarre verwendet.
  • Die ersten Nylonsaiten für Streicher wurden in den 70er Jahren auf den Markt gebracht. Sie boten dem Berufsmusiker eine höhere Stimmungsstabilität und kürzere Einspielzeit als Darmsaiten.
  • Der Kern von Nylonsaiten besteht aus einer Vielzahl von dünnen einzelnen Fasern und ermöglicht daher eine Verwendung als Streichersaite. Darüber hinaus bieten Nylonsaiten eine höhere Flexibilität als Stahlkabelsaiten.
  • Nylonsaiten haben eine einfachere Spielbarkeit als Darmsaiten und sind klanglich diesen näher als Stahlsaiten. Ihr größter Vorteil ist jedoch die bessere Stimmhaltigkeit und geringere Empfindlichkeit gegenüber Veränderungen der Luftfeuchtigkeit und Temperatur.
  • Nylonsaiten sind weit verbreitet bei Geigern und Bratschisten, unabhängig vom Können.

Moderne Kunststoffsaiten

  • Mitte der 90er Jahre wurden zum ersten Mal neuartige Kunststoffe aus der Luft- und Raumfahrtindustrie als Kernmaterial verwendet. Sie werden dort vor allem wegen ihrer hohen Temperatur- und Feuchtigkeitsbeständigkeit geschätzt.
  • Moderne Kunststoffsaiten zeichnen sich einerseits durch eine hervorragende Spielbarkeit und einen Klang, der dem Darmklang nahe kommt, aus und andererseits gleicht ihre Stimmhaltigkeit und Einspielzeit nahezu denen von Stahlsaiten.
  • Der Kern der modernen Kunststoffsaiten besteht, wie bei Nylonsaiten auch, aus mehreren einzelnen Fasern. Die verbesserte Flexibilität ermöglicht es den Herstellern Saiten anzubieten, die ein breites Klangspektrum bieten.
  • Abhängig von der Konstruktion der modernen Kunststoffsaiten sind sie bei allen Streichern und für alle Anwendungsgebiete beliebt.
  • Moderne Kunststoffsaiten werden vor allem von Geigern und Bratschisten verwendet. Auch Bassisten, die sowohl pizzicato als auch arco spielen, schätzen diese Saiten aufgrund ihrer herausragenden Hybrideigenschaften.
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